Donnerstag, 8. Dezember 2016

Stress für Sportvereine bei Flüchtlingshilfe

Noch bis Ende 2016 können Sportvereine Flüchtlinge kostenlos als Mitglieder aufnehmen, oder sie auch als direkten Nutznießer von Spendensammlungen benennen. Doch dann endet die Frist, mit der das Bundesfinanzministerium eine Sonderregelung bedachte, aufgrund derer die unbürokratische Hilfe von Flüchtlingen u.a. auch für Sportvereine möglich wurde.


Auch dem Finanzministerium ist die breite Hilfsbereitschaft im Sommer 2015 gegenüber neu ankommenden Flüchtlingen in der BRD nicht verborgen geblieben. Im Herbst letzten Jahres, schaffte das Ministerium dann mit einer Verwaltungsregelung die rechtliche Grundlage für schnelle einfache Hilfe. Ohne diese Verwaltungsregelung, wäre es z.B. Sportvereinen nicht möglich gewesen, Flüchtlinge von den Vereinsbeiträgen zu befreien, oder Spendensammlungen durchzuführen. Denn um das zu dürfen und gleichzeitig den Status der Gemeinnützigkeit nicht zu verlieren, hätte in der Satzung dieser Klubs genau diese Maßnahme genannt sein müssen. Also hier:  Unterstützung von Flüchtlingen, oder Integrationsarbeit oder weitere mildtätige Dinge, wie es im Bürokraten-Deutsch heißt.

Wenn das Finanzministerium nicht nachlegt, bleibt der Ball für die meisten Flüchtlinge ab 2017 liegen


Schluß mit Sonderregelungen ab 2017 ?



Doch kaum ein Sportverein hat eine solche Satzung. Denn es ging den Vereinsgründern, doch meist ausschließlich um den Sport an sich. Das Vereine, auch Sportvereine zu sozialen Allroundern wurden, haben die Vereinsgründer vor Jahren nicht vorausgehsehen.  Damit nun der Verlust der Gemeinnützigkeit nicht droht, wenn der syrische Kriegsflüchtling im Team mitkickt ohne einen Monatsbeitrag zu bezahlen, hatte das Finanzministerium unter dem Geschäftszeichen IV C 4 - S 2223/07/0015 :015 Verwaltungsregelungen beschlossen, die unbürokratisch das Sammeln von Spenden, als auch die kostenlose Aufnahme von Flüchtlingen in den Verein möglich machten. Doch nun laufen die Verwaltungsregelungen aus. Da auch die große Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen, wie sie im Sommer 2015 aufkam, erheblich nachgelassen hat, wird wohl kaum Druck auf das Finanzministerium ausgeübt werden um die Sonderregelungen zu verlängern. Falls das Finanzministerium sich hier nicht zu einer Fortführung der Sonderregelungen durchringen kann, wäre ab 2017 für die meisten Vereine, die nicht explizit die Förderung von Flüchtlingen oder ähnlichem in ihrer Satzung benannt haben, die Förderung von Flüchtlingen, sei es als kostenfreies Mitglied, oder auch Empfänger von Spenden verbunden mit der Gefahr des Verlustes der Gemeinnützigkeit. Und das wäre ein herber Rückschlag für die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe.     





Dienstag, 6. Dezember 2016

Unionerin Orschmann bei Wahl zum „Tor des Monats“

Mit Dina Orschmann steht bei der traditionellen Wahl zum Tor des Monats, mal wieder eine Fußballerin zur Wahl. Das Voting findet im Internet noch bis Sonnabend, den 17.12.2016, 19 Uhr statt.   

Die erst 18 Jährige Stürmerin kickt mit ihrer Zwillingsschwester für den FC Union in der 2. Bundesliga. Zuvor waren beide bei der Jugend von Stern 1900 aktiv, ehe sie 2013 zu Union wechselten. Doch ihr Tor mit welchem sie nun nominiert wurde, hat sie nicht für die Rot-Weißen erzielt. Es fiel bei der Partie zwischen den U20 Auswahlteams von Deutschland und Südkorea. Dabei dribbelte sich Orschmann an den Gegenspielerinnen vorbei in den Strafraum, bevor sie mit links ins linke Dreiangel einnetzte.  Ihr Treffer markierte die 1:0 Führung, das Spiel gewann Orschmanns Team letztendlich mit 2:0. Der bemerkenswerte Treffer Orschmanns hier im Link zum Ansehen. 

Fußballerin unterrepräsentiert


Bis heute ist es selten, dass es bei der Wahl zum Tor des Monats die Möglichkeit für eine Fußballerin zu voten besteht. Denn noch viel zu selten fangen Kameras das Geschehen ein. Der Bundesliga Zwei Alltag findet dann schon fast unter Ausschluss der medialen Öffentlichkeit statt. So wundert es auch nicht, dass Orschmann eben mit einem Treffer für die bundesdeutsche Auswahl nominiert wurde und nicht mit einem Treffer für Union. Immerhin 22 hatte sie dort schon in der letzten Saison erzielt.





Premiere für Union


Selbst wenn es Frauen einmal in das Voting von Tor des Monats schaffen, den Preis konnten bisher nur 13 Spielerinnen gewinnen. Dina Orschmann hat nun die Chance als 14 Spielerin die Trophäe zu bekommen. Mit einem Sieg bei „Tor des Monats“ wäre Orschmann dann einige der wenigen Fußballerin in der Liste. Und auch für ihren Klub den FC Union eine Besonderheit, denn bisher nur einmal konnte ein aktiver der Rot-Weißen den Wettbewerb gewinnen. Das sollte eigentlich doch Motivation genug sein für die große Fangemeinschaft rund um die Köpenicker. 


Hier geht es zur Abstimmung. Unter allen TeilnehmerInnen des Votings wird ein Alfa Romeo Giulietta verlost.  

In einer älteren Version dieses Posts stand, dass mit einem möglichen Gewinn von Oschmann, das erste Mal ein Aktiver des FC Union das "Tor des Monats" gewinnen würde. Dies war falsch und ist berichtigt worden.


           
           
          

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Infoveranstaltung zu Zagreb 041

Seit zwei Jahren engagiert sich der NK Zagreb 041 für Antifaschismus und gegen Rassismus, Homophobie und Korruption in Kroatiens Hauptstadt. Der Verein ist damit der erste antifaschistische Fußballklub des Landes und Teil des internationalen Alerta-Netzwerks. Er befindet sich komplett im Besitz der Fans und Spieler, alle Entscheidungen werden gleichberechtigt von der Vollversammlung getroffen. 

Doch es sind widrige Umstände für linke Fußballfans. Die Fankultur ist in ganz Ex-Jugoslawien von einer rechten Hegemonie geprägt. Nationalismus, Homophobie und teilweise offener Neonazismus sind bei nicht wenigen größeren Spiel anzutreffen.





Anlässlich des zweijährigen Bestehens des Vereins wird eine Delegation von NK Zagreb 041 von der ersten Saison, der kroatischen Fankultur und dem Verhältnis von Fußball und Politik in und außerhalb des Stadions berichten. Außerdem wird der Stand von Fußball und linker Politik im ehemaligen Jugoslawien beleuchtet. Dafür wurde Martin Blasius eingeladen, der sich in einem Forschungsprojekt mit »Fußball im jugoslawischen Selbstverwaltungssozialismus« beschäftigt.

Es diskutieren:
Goran Malic     (NK Zagreb 041)
Martin Blasius (Forschungsprojekt Fußball im jugoslawischen Selbstverwaltungssozialismus der Humboldt Universität Berlin)

Die Einnahmen aus dem Abend gehen an antifaschistische Fans aus Kroatien.

Eine Veranstaltung von Gesellschaftsspiele e.V. und der Kampagne SolidarnOST.

Zur Veranstaltung als Facebook-Event:

Mehr Infos zu den Veranstaltern hier:


Wann?  6. Dezember 2016 um 19:30 Uhr

Wo? Baiz, Schönhauser Allee 26a, 10435 Berlin

Dienstag, 29. November 2016

Başakşehir erobert Süperlig

Kaum einer hatte mit Başakşehir in der türkischen Süperlig gerechnet. Doch nach 12  Spieltagen steht das Team von Abdullah Avcı ungeschlagen an der Spitze. Auch am letzten Wochenende sollte die Serie nicht reißen. Der amtierende Meister Beşiktaş mußte sich mit einem 1:1 im heimischen Stadion zufrieden geben. Vice Sports sprach mit Vaha Co-Founder Harald Aumeier über die Hintergründe des Erfolgs.

Die Bilanz gegen die großen Teams spricht Bände.  Gegen Fenerbahçe (1:0) und gegen Galatasaray (2:1) wurden Siege eingefahren und jetzt das Unentschieden bei Beşiktaş.  30 Punkte, Torverhältnis von 27 zu 8, Platz 1. Başakşehir spielt dazu nicht nur ergebnisorientiert. Sondern begeistert mit schnellem Umschaltspiel. Analog zu Red Bull Leipzig. Laut Aumeier ist Başakşehir nun auch einer der großen Favoriten auf den Titel. Die ganze Story von Markus Hoffman ist unter dem Titel „Wie Istanbul Başakşehir mit Erdoğans Hilfe die Süperlig erobert“ bei Vice Sports ist hier nachzulesen. Erschienen ist die Story zudem auch auf Niederländisch





Wie Istanbul Başakşehir mit Erdoğans Hilfe die Süperlig erobert

Istanbul führt mal wieder die Tabelle der türkischen Süper Lig an. Die Rede ist aber nicht von Galatasaray, Fenerbahçe oder Beşiktaş, sondern von Istanbul Başakşehir—einem Verein, der den meisten Fußballfans außerhalb der Türkei nur wenig sagen wird.  ...

sports.vice.com - 22. November 2016, Dienstag
© sports.vice.com




DE TURKSE CLUB DIE MET HULP VAN ERDOĞAN DE SÜPER LIG VEROVERT

Istanbul staat weer bovenaan in de Turkse competitie. Dit keer is het echter niet Galatasaray, Fenerbahçe of Beşiktaş, maar Istanbul Başakşehir – een club die de meeste voetbalfans buiten Turkije waarschijnlijk weinig zal zeggen. De club uit de gelijknamige wijk heeft dit seizoen gewonnen van Gala en Fener, de twee grootste Turkse clubs.  ...

sports.vice.com - 25. November 2016, Freitag